Die Krankheitsformen der Multiple Sklerose (MS)

Die MS kann je nach Individuum sehr unterschiedliche Symptome aufweisen, da sie an verschiedenen Stellen des Nervensystems angreifen kann.

In den meisten Fällen treten die ersten MS-Symptome abrupt, ohne erkennbare Ursache und in vorübergehenden Episoden (Schüben) auf. Die Symptome klingen nach ein paar Tagen oder Wochen ab (Remission). Mit der Zeit kann es zu einer teilweisen oder vollständigen Erholung kommen. Manchmal können die Symptome oder ein Funktionsverlust dauerhaft bleiben, sogar während einer Remissionsphase.

Man unterscheidet drei Formen der MS:
- Schubförmige = rezidivierend-remittierende MS (RRMS)
- Sekundär progrediente MS (SPMS)
- Primär progrediente MS (PPMS).



Schubförmige (rezidivierend-remittierende) MS

Die häufigste Form der MS betrifft mehr als 80 Prozent der Patienten. In der Frühphase der Krankheit können Symptome vollständig fehlen, manchmal sogar über Jahre. Leider kann man einen Schub nie voraussagen und Symptome können jederzeit auftreten. Neue oder bereits bekannte Symptome können plötzlich erscheinen, wenige Tage oder Wochen andauern und dann wieder verschwinden. Auch wenn die Symptome nach einem Schub wieder verschwinden, bleibt die Krankheit im Hintergrund meist aktiv. Letzteres ist auf MRI-Bildern erkennbar, da sich die Schädigungen auch ohne Schub verändern können.



Sekundär progrediente MS

Diese Form der MS wird meist als zweites Krankheitsstadium betrachtet. Nach 10 Jahren geht bei etwa 40 Prozent der Patienten die schubförmige in eine sekundär progrediente Multiple Sklerose (MS) über. In seltenen Fällen kommt diese Form aber schon in der Frühphase der Erkrankung vor. Es treten einzelne Schübe auf wie bei RRMS, aber die Rückbildung ist unvollständig und zwischen den Schüben schreitet die Behinderung fort. Mit der Zeit nimmt die Anzahl der Schübe ab, während die Behinderung mehr und mehr zunimmt.



Primär progrediente MS

Diese Form der MS ist selten und betrifft etwa 10 Prozent aller MS-Patienten. Die Symptome verschlechtern sich von Beginn an fortlaufend und die Behinderung nimmt kontinuierlich zu. Schubartige Episoden fehlen ebenso wie Remissionen. Es kommt nur gelegentlich zu vorübergehenden kleineren Verbesserungen.