Kognitive Einschränkungen (Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit)

Zwei von drei MS-Betroffenen berichten über Probleme mit dem Gedächtnis, dem Reaktionsvermögen, dem Planen von Handlungsabläufen, der Aufmerksamkeit, der Konzentration. Das alles zählt zu den sogenannten kognitiven Leistungen der Menschen. Bei manchen MS-Betroffenen zählen kognitive Beeinträchtigungen sogar zu den ersten Zeichen der Erkrankung. Sie können auch dann auftreten, wenn noch keine ernsthafte körperliche Behinderung vorhanden ist. Bereits geringe Einbussen der kognitiven Leistungsfähigkeit können im Alltag - sowohl im Familien- als auch im Berufsleben sehr belastend sein und die Lebensqualität der MS-Betroffenen stark beeinträchtigen. Sie machen sich unter anderem damit bemerkbar, dass Betroffene sich keine neuen Namen merken können, häufig Termine vergessen oder Mühe haben, das richtige Wort zu finden oder einem Gespräch zu folgen. Das verunsichert nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihr soziales Umfeld. Manche Betroffene ziehen sich zurück, meiden Gesprächsrunden oder soziale Kontakte.

Als Hauptursache für die Einschränkungen der kognitiven Leistung wird das Entzündungsgeschehen des Gehirns bei MS angesehen. Ein enger Zusammenhang zwischen körperlichen Einschränkungen und kognitiver Leistungsfähigkeit konnte bisher nicht nachgewiesen werden.