MS-Symptome

MS-Symptome

Multiple Sklerose ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Es gibt kein typisches Symptombild. Die Symptome sind erstens von der Lage und zweitens vom Ausmass der Schädigungen in Gehirn und Rückenmark abhängig. Anfängliche Symptome werden oft übersehen oder einem anderen Krankheitsbild zugeschrieben. Oft dauert es Jahre, bis Betroffene beim MS-Spezialisten sind und die Diagnose feststeht. Die meisten Betroffenen erleben im Verlauf der Krankheit mehrere Symptome. Manche haben über lange Perioden keinerlei Symptome, weil das Gehirn den entstandenen Ausfall gewisser Nervenleitungen kompensieren kann. Einige Symptome wie Gangunsicherheit, Zittern oder Sprechstörungen sind für Angehörige und Dritte sichtbar, andere unsichtbar. Unsichtbare Symptome wie Müdigkeit, Schmerzen, Blasenstörungen oder kognitive Einschränkungen können Betroffene im Alltag jedoch genauso schwer belasten wie sichtbare.

Jeder MS-Betroffene weist andere Symptome auf; diese können sich bei ein- und demselben Betroffenen im Verlaufe der Krankheit immer wieder verändern. Bei manchen Menschen beschränkt sich die MS auf eine einzige Episode mit Sehstörungen, andere haben mehrere Symptome gleichzeitig. Meist beginnt die MS mit dem plötzlichen Auftreten von Beschwerden (einem Schub) und einer nachfolgenden Erholung (Remission), also einer gewissen Zeit ohne jegliche Krankheitszeichen.

Symptome abhängig vom verletzten Hirnareal

Die MS-Symptome sind abhängig von den betroffenen Hirn- oder Rückenmarksarealen. Sie unterscheiden sich von einem Menschen zum nächsten sehr stark und sind sehr schwer vorherzusagen. Manche MS-Betroffene haben trotz gestörter Nervenleitungen über lange Zeit keinerlei Symptome, weil das Gehirn den Ausfall bis zu einem gewissen Grad kompensieren kann. Die meisten Betroffenen zeigen daher nicht alle typischen MS-Symptome.

Viele Patienten berichten beim ersten Arztbesuch von „Ameisenlaufen“ in den Beinen oder Armen oder davon, dass sie plötzlich „wie auf Watte gehen“. Etwa ein Drittel aller MS-Betroffenen hat solche Kribbel- oder Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen. Auch Sehstörungen gehören zu den Symptomen, über die Betroffene häufig in der Anfangsphase der MS klagen. Fast jeder fünfte Patient leidet bei Ausbruch der Krankheit unter Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Zehn Prozent von ihnen berichten von Kraftlosigkeit, häufiger in den Beinen, manchmal auch in den Armen. Nebst physischen Einschränkungen können in der Anfangsphase auch kognitive Einschränkungen wie Schwierigkeiten bei der Konzentration, bei Denk- und Gedächtnisleistungen oder Sprachstörungen vorkommen. Oft werden diese von Personen in der Umwelt eher wahrgenommen also von den Betroffenen selbst. Damit die medikamentöse Therapie den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann, ist es wichtig, die Krankheit möglichst schon bei den ersten Symptomen zu erkennen. Je früher die Behandlung einsetzt, desto eher kann der Verlauf verzögert werden.

  • Fatigue: Verlust von körperlicher oder geistiger Energie, abnorme Müdigkeit
  • Sehen: Sehstörungen mit Verschwommen- oder Nebelsehen als Ausdruck einer Sehnerventzündung
  • Muskulatur: Verkrampfung der Muskulatur, Spastizität (erhöhte Muskelsteifigkeit), Steifigkeit und Spannungsgefühl in den Beinen
  • Koordination: Gangunsicherheit, Zittern
  • Missempfindungen: Kribbeln oder Taubheitsgefühl
  • Anfallsartige Symptome: Kurz auftretende, aber wiederkehrende Schmerzen in einer bestimmten Körperregion, oder Gefühls-, Sprech- und Bewegungsstörungen, Juckreiz
  • Blase und Darm: Unkontrollierter Harndrang, Inkontinenz, Verstopfung
  • Sexualfunktion: Erektile Dysfunktion, vermindertes sexuelles Verlangen, Schmerzen während des Geschlechtsaktes
  • Schmerzen: Verursacht durch Harnwegsentzündungen, Dekubitus, Bewegungsmangel, erhöhte Muskelspannung, Trigeminusneuralgie
  • Depressionen: Psychische Veränderungen als direkte Folge der MS-Aktivität im Gehirn oder als Folge eines anderen MS-Symptoms
  • Kognition: Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit

Häufige MS-Symptome

Diese Aufzählung umfasst typische Symptome für MS. Prinzipiell können sämtliche Funktionsausfälle des Körpers und des Gehirns durch MS bedingt sein. Manche der genannten Symptome trifft man sehr häufig an, andere eher selten. Auch wenn über längere Zeit keine Symptome auftreten, kann die Krankheit trotzdem aktiv sein.