MS und das Berufsleben

Der Beruf spielt eine wichtige Rolle im Leben vieler MS-Betroffener. Er bietet Unabhängigkeit, soziale Kontakte mit anderen, Erfolgserlebnisse und Akzeptanz. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie immer daran denken, dass die MS meistens nicht zu einem Leben im Rollstuhl oder zur Arbeitslosigkeit führt.

Der Berufsalltag kann aber schon zu Beginn der Erkrankung betroffen sein. Eine ausgeprägte Fatigue oder kognitive Einschränkungen können die Arbeit und indirekt den Kontakt mit Arbeitskollegen beeinflussen.

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Wichtig ist, dass Sie Schwierigkeiten rechtzeitig erkennen und durch entsprechende Massnahmen kompensieren wie die bewusste Planung von Pausen oder ein reduziertes Arbeitspensum. In manchen Fällen kommt auch eine Umschulung in Betracht, wenn etwa körperliche Einschränkungen die Arbeit an einer gefährlichen Maschine zu riskant machen. Solche Schritte müssen sorgfältig geplant werden.

Eine frühzeitige Aufklärung des Arbeitgebers über Ihre Krankheit sowie Informationen über mögliche Anpassungen des Arbeitsumfeldes sind in der Regel hilfreich: Wenn Sie aufzeigen können, dass selbst einfache Massnahmen eine grosse Wirkung haben und Ihnen das Arbeitsleben erleichtern können, wird so mancher Chef gerne bereit sein, seinerseits etwas für den Erhalt Ihres Arbeitsplatzes zu unternehmen.

Informieren Sie sich über Möglichkeiten, Ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Selbsthilfeorganisationen können Ihnen wertvolle Informationen und wichtige Adressen liefern.

Klären Sie Ihre Umgebung auf

Wenn Symptome für Aussenstehende unsichtbar bleiben (Sehstörungen, starke Müdigkeit usw.), haben die Menschen in Ihrer Umgebung eventuell zu wenig Verständnis für Ihre krankheitsbedingten Probleme. Sie können den anderen dabei helfen, Ihre Schwierigkeiten besser nachzuvollziehen, wenn Sie sie darüber aufklären, wie die MS die verschiedenen Lebensbereiche beeinflussen kann.

(Zitat MS-Betroffener)

„Am Arbeitsplatz habe ich den Kollegen die Diagnose mitgeteilt. Da man mir nichts ansieht, verstanden sie nicht, warum ich in Gesprächen öfter den Faden verlor, Termine vergass oder schneller müde wurde. Heute wissen sie, welche Schwierigkeiten ich habe, und verstehen, warum ich nachfrage, und kommen von sich aus auf mich zu, wenn ich etwas vergesse.“